Neue Essgewohnheiten trainieren

Autor: Datum: 06.Juni 2017

„Iss den Teller leer, damit die Sonne morgen auch wieder scheint.“
Vielleicht klingt Ihnen dieser Satz noch im Ohr? Lesen Sie hier, wie sich Erfahrungen in der Kindheit auf unser späteres Essverhalten auswirken und was wir gegen ungünstige Gewohnheiten tun können.

Der „süße Zahn“ – ist angeboren

Die Vorliebe für Süßes ist uns in die Wiege gelegt, während wir von Geburt an eine Abneigung gegen Salziges, Saures und Bitteres verspüren. Das hat die Natur klug eingerichtet, denn so sind wir instinktiv vor bitteren Giftstoffen geschützt und bevorzugen süße, energiereiche Nahrung wie Muttermilch. Unsere erste Nahrung vermittelt auch die ersten Geschmackseindrücke: Je abwechslungsreicher sich die Mutter ernährt, desto mehr Aromen kann das Baby in der Milch schmecken.

Essen ist Gefühlssache

Nicht alles, was süß schmeckt, ist auch gut für uns. Das erfahren wir durch die Erziehung. Und Bitteres muss nicht immer giftig sein. So liefern Gemüse wie Zucchini oder Kohl wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Ob wir etwas mögen oder nicht hängt davon ab, welche Erlebnisse wir mit dem Geschmack der Speise verbinden.
Es gilt die Regel: Beliebte Speisen werden durch häufiges Essen beliebt. Wichtig ist dabei eine positive Stimmung beim Essen. Die Drohung „Iss Dein Gemüse, sonst gibt es keinen Nachtisch!“ erreicht das Gegenteil: Wer unter Zwang isst, verbindet mit dem ungeliebten Lebensmittel eine schlechte Erfahrung. Daraus kann eine Abneigung für das ganze Leben entstehen. Alle Ess-Erlebnisse aus der Kindheit – ob positiv oder negativ – beeinflussen also unser späteres Essverhalten.

Noch ein Beispiel: Wer als Kind mit Süßigkeiten getröstet wurde, sucht auch später Entspannung und Trost bei Schokolade und Co. Solche in der Kindheit gelernten Verhaltensmuster können die Entstehung von Übergewicht fördern. Die gute Nachricht: Wer ungünstige Gewohnheiten bei sich feststellt, kann etwas dagegen tun.

Erster Schritt: Schlechte Gewohnheiten erkennen

Beobachten Sie sich selbst, um die ungünstigen Gewohnheiten zu erkennen. Dazu gehört vor allem der kritische Blick auf das eigene Verhalten. Wer zum Beispiel immer nachmittags etwas isst, sollte sich fragen, ob dies wirklich aus Hunger geschieht. Der automatische Griff in die Chipstüte beim Fernsehen gehört ebenso zu den schlechten Gewohnheiten wie der hastig verzehrte Schokoriegel in stressigen Situationen. Auch die veraltete Sitte, den Teller leer zu essen, obwohl man längst satt ist, zählt dazu.

Zweiter Schritt: Stoppsignale festlegen

Nun gilt es, sich Strategien zu überlegen, um die schlechten Gewohnheiten zu verändern. Das funktioniert, indem man sogenannte Stoppsignale festlegt. Zeigt die Uhr nicht die typische Essenszeit, sollte man einen Moment innehalten. Eventuell reicht es, zunächst etwas zu trinken. Man kann sich auch kleine „Stoppzettel“ auf seine „Problemlebensmittel“ wie Schokoriegel oder Chipstüte kleben. Das hilft dabei, nicht unbewusst zu handeln, sondern stattdessen zu überlegen, was man als Nächstes wirklich tun möchte.

Dritter Schritt: Essensreize kontrollieren

Wer seine Essensreize kennt, kann sich das Leben leichter machen: Ist das bloße Sehen oder Riechen von Essen bereits ein starker Reiz, sollte man Speisen nicht offen stehen lassen und Reste gleich in den Kühlschrank räumen. Wer Süßigkeiten und Knabbereien nur schwer widerstehen kann, geht besser nicht hungrig einkaufen und räumt Leckereien zu Hause immer in den Schrank. Bei Erwachsenen gilt: Je größer das Angebot an Speisen während einer Mahlzeit ist, desto mehr wird gegessen. Am Buffet oder bei Familienfeiern hilft es daher, sich bewusst auf drei Gänge zu beschränken.
Es ist nicht leicht, neue Essgewohnheiten einzuüben. Doch wer das Training konsequent bei sich anwendet, wird es auf lange Sicht schaffen, die Dickmacher-Gewohnheiten gegen ein „schlankes“ Verhalten einzutauschen.

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