Die Wahrheit über Superfoods

Autor: Datum: 25.September 2018

Was sind eigentlich Superfoods? Superfoods zeichnen sich dadurch aus, dass sie besonders viele gute Nährstoffe wie Vitamine, Ballaststoffe, Mineralien, Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren enthalten. Besonders exotische Lebensmittel wie zum Beispiel Goji-Beeren, Chiasamen, Quinoa etc. sind als Superfoods im Handel zu finden. Ihnen werden verschiedene gesundheitsfördernde Eigenschaften, wie beispielsweise die Immunabwehr stärkende Wirkung, den Alterungsprozess verzögernde Effekte sowie ein gewisser Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes zugesprochen. Auch wenn einzelne gesundheitliche Wirkungen in Studien bestätigt wurden, besteht hierzu weiterer Forschungsbedarf. Kritisiert wird hierbei häufig, dass die Superfoods in unrealistisch hohen Mengen regelmäßig gegessen werden müssten, damit die versprochene Wirkung tatsächlich eintritt. Und da „Superfood“ kein geschützter Begriff ist, darf sich so ziemlich jedes nährstoffreiche, natürliche Nahrungsmittel auch so nennen – ohne dass eine nachweisbare, gesundheitsfördernde Wirkung gesichert ist. Aus diesem Grund ist auch das Werben mit gesundheitsbezogenen Angaben zu Superfoods eigentlich verboten, da die Wirksamkeit erst durch ein strenges Zulassungsverfahren bestätigt werden muss.

Leider stecken aber außer den Nährstoffen teilweise auch noch andere unerwünschte Stoffe in den Trend-Lebensmitteln drin. Warum Superfoods manchmal gar nicht so super sind, erfahren Sie hier.

Mehr drin als man denkt – Bakterien  

Superfoods stammen häufig aus Drittländern, in denen oft ein ganz anderer Produktionsstandard herrscht als bei uns. Und das birgt gewisse Risiken. So wurden beispielsweise bei frischen Kräutern und Gräsern aus Asien Bakterien wie E. Coli oder Salmonellen gefunden, die durch mangelnde Hygiene oder das Düngen mit Fäkalien auf die Produkte gelangen können.

Mehr drin als man denkt – Pestizide  

Kontrollen haben gezeigt, dass Superfoods wie Moringa, Gersten- oder Weizengras oft mit Pflanzenschutzmitteln belastet sind, die in Europa gar nicht zugelassen sind. Goji-Beeren aus China weisen teilweise sogar eine Mehrfach-Pestizid-Belastung auf – bis zu 16 unterschiedliche Gifte wurden hier festgestellt. In Chiasamen wurden Pflanzenschutzmittel und auch Schimmelpilzgifte gefunden. Das liegt auch teilweise daran, dass es für viele Stoffe bei uns bisher keine verbindlichen Grenzwerte gibt.

Mehr drin als man denkt – PAK und Mineralöle  

Nicht nur beim Anbau, auch bei der Verarbeitung der Superfoods können Gifte entstehen. Zum Beispiel bei der Trocknung der Pflanzen. Hierzu werden Holz oder Stroh teilweise unvollständig verbrannt. Die im Rauch enthaltenen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (kurz: PAK, die sind krebserregend und erbgutverändernd) gelangen dann auf die Pflanzen – und damit zu uns. Einige Superfoods weisen auch Rückstände von Mineralölen durch die Abgase von Verbrennungsmotoren oder Verpackungsmaterial auf (Spirulina-Algenpulver). Oder sie sind mit Schwermetallen belastet, wie zum Beispiel mit Cadmium und Blei (v.a. Algen).

Mehr drin als man denkt – Natürliche Schadstoffe  

Eine naheliegende Alternative ist natürlich die eigene Herstellung von Superfoods. Doch auch dabei, zum Beispiel bei der Zubereitung von Pulver, gibt es einiges zu beachten. So sollten grüne Bohnen, bestimmte Pilze oder Holunderbeeren auf keinen Fall roh verzehrt werden, da sie über giftige Inhaltsstoffe verfügen. Zimt und Mohnsamen sollten nicht in zu hoher Konzentration verzehrt werden – auch das birgt gesundheitliche Risiken. Ebenso ist es ratsam, nicht immer alle Pflanzenbestandteile zu verarbeiten. Bei bitteren Aprikosenkernen, Bittermandeln und Avocadokernen, Kirschstielen und Aloe-Vera-Blättern kann das mitunter richtig ungesund werden. Unser Tipp: Vorher genau informieren und entsprechende Nahrungsmittel am besten in der Apotheke kaufen – dort wurden sie garantiert sachkundig verarbeitet.

Superfoods – schlecht für Umwelt

Die exotischen Superfoods kommen meist aus weit entfernten Teilen unserer Welt. Hier herrschen andere Produktionsbestimmungen und der Einsatz unterschiedlichster Pestizide belastet die Umwelt und die Menschen vor Ort. Auch haben unsere Superkönner teilweise einen sehr hohen Wasserbedarf, wie zum Beispiel Avocados. Und: Sie haben eine sehr, sehr lange Reise hinter sich, bevor sie bei uns auf dem Teller liegen – und steigern durch die langen Transportwege den weltweiten CO2-Ausstoß. Beispiel: Goji-Beeren aus China verursachen 75% mehr CO2-Ausstoß als heimische Produkte.

Unser Fazit: Superfoods hinterlassen einen Nachgeschmack

Wir können uns zwar gesund mit Superfoods ernähren, aber es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Und die Erkenntnis bleibt: Eine ausgewogene Ernährung, idealerweise mit Nahrungsmitteln aus unserer eigenen Umgebung, ist doch allemal das Gesündeste für unseren Körper. Und vielleicht entdecken wir ja auch hier das eine oder andere heimische Superfood? Aber dazu mehr in Kürze!

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